Den Haag: Zentrum des internationalen Rechts

Den Haag ist Sitz zahlreicher internationaler Organisationen und europäischer Institutionen zum internationalen Recht und trägt deshalb den Beinamen „Stadt des Rechts“. Doch was macht Den Haag zum Zentrum des internationalen Rechts?

Für eine umfassende Antwort müssen wir bis ins Jahr 1893 zurück gehen, als der niederländische Rechtswissenschaftler und Politiker, Tobias Asser, in Den Haag erstmals eine Konferenz zur Vereinheitlichung des europäischen Privatrechts organisiert. Die Konferenz hatte großen Erfolg und findet als Haager Konferenz zum Internationalen Privatrecht (HCCH) bis heute statt.

Weitere Konferenzen in Den Haag folgten, die wichtigsten die Friedenskonferenzen 1899 und 1907. Aus ihnen gingen der Ständige Schiedsgerichtshof und die Haager Landkriegsordnung hervor. Letztere ist bis heute gültig und neben den Genfer Konventionen eine der wichtigsten Rechtsschriften für die Kriegsführung. Der Ständige Schiedsgerichtshof bildet zusammen mit dem seit 1945 ebenfalls in Den Haag angesiedelten Internationalen Gerichtshof die wichtigste Säule zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen Staaten.

In den 1990ern und 2000ern nahmen weitere Institution in Den Haag ihre Arbeit auf, so der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien, der Internationale Strafgerichtshof, Eurojust, Europol und die OVCW um nur die wichtigsten zu nennen. Damit hat Den Haags seine Stellung als Hauptstadt des Rechts auch im 21. Jahrhundert festigen können.

Tor des Friedenspalasts