Zusammenarbeit in den Euregios

niederländische und deutsche Flagge Bild vergrößern (© Botschaft/ Schmidt) Seit 1958 arbeiten die Regionen in den Grenzgebieten der Niederlande und Deutschland (und Belgien) auf institutionalisierter Grundlage zusammen. In diesem Jahr wurde die erste grenzüberschreitende Organisation in Europa, die EUREGIO, als Zusammenarbeitsverband errichtet. Später folgte die Errichtung der Euregio Rhein-Waal (1968), der Euregio Maas-Rhein (1976), der Ems Dollard Region (1977) und der Euregio Rhein-Maas-Nord (1978). Die Euregios setzen sich für die Lösung der besonderen Problematik im Deutsch-Niederländischen Grenzgebiet ein: Sie unterstützen die durchführenden Parteien bei ihren Bemühungen, durch grenzüberschreitende Projekte die regionale Entwicklung zu fördern.

Am 23. Mai 1991 wurde das sogenannte Abkommen von Anholt unterzeichnet. Dieser Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland, dem Königreich der Niederlande und den beiden deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ist eine wichtige Basis der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Damit wurde es Gebietskörperschaften und anderen öffentlichen Stellen möglich, über die Grenze hinweg zu kooperieren. Dies können sie in Form eines öffentlich-rechtlichen Zweckverbandes oder als grenzüberschreitende kommunale Arbeitsgemeinschaft tun. Gebietskörperschaften sind in diesem Fall auf niederländischer Seite Provinzen und Gemeinden, auf deutscher Seite Gemeinden, Samtgemeinden und Landkreise in Niedersachsen sowie Gemeinden, Kreise und Landschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen. Drei der fünf Euregios im deutsch-niederländischen Grenzgebiet sind Zweckverbände auf Basis des Anholter Abkommens. Als erster öffentlich-rechtliche Zweckverband in Europa wurde 1993 die Euregio Rhein-Waal mit Sitz in Kleve gegründet. 1977 folgte die Ems-Dollart Regio mit Sitz in Nieuweschans. Auch die Euregio Rhein-Maas-Nord, die seit 1978 besteht, gründete 2004 einen Zweckverband auf Grundlage des Anholter Vertrags. Ebenfalls auf Basis des Anholter Abkommens arbeitet der Zusammenschluss der Städte Kerkrade und Herzogenrath, der sogenannte Eurode.

Das jüngste INTERREG V-Programm Deutschland-Niederland hebt die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf ein neues Niveau.  In der aktuellen Förderperiode 2014-2020 steht der deutsch-niederländischen Grenzregion ein finanzieller Beitrag von rund 440 Millionen Euro zur Verfügung. Hauptziele sind dabei die Erhöhung der Innovationskraft in den Grenzregionen sowie die Beseitigung von Hemmnissen, die durch die Grenze entstehen. Das gesamte Programmgebiet umfasst eine Fläche von 46.737 Quadratkilometer, in dem mehr als 12 Millionen Menschen leben. Das Programmgebiet umfasst Teile der deutschen Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen und Teile der niederländischen Provinzen Friesland, Groningen, Drenthe, Flevoland, Overijssel, Gelderland, Nordbrabant und Limburg.

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Ler(n)ende Euregio

Le(r)ende Euregio

Die Ler(n)ende Euregio ist eine deutsch-niederländische Initiative, in der Schulen, Betriebe und staatliche Stellen das Thema 'Grenzüberschreitendes Lernen' aufgreifen.