Erbschaftsausschlagung

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Die Ausschlagung der Erbschaft kann durch eine Ausschlagungserklärung an das Nachlassgericht in Deutschland erklärt werden. Die Unterschrift auf der Erklärung muss durch einen Notar oder einen Konsularbeamten beglaubigt sein.

Die Erklärung muss innerhalb der Ausschlagungsfrist beim zuständigen Nachlassgericht einge­hen. Zuständig ist das Gericht in der Bundesrepublik Deutschland am letzten Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort des Erblassers. Hatte der Erblasser dort keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt, so ist bei einem Erblasser mit deutscher Staatsangehörigkeit das Amtsgericht in Berlin Schöneberg, Grunewaldstr. 66/67, D-10823 Berlin, zuständig, bei einem nicht-

deutschen Erblasser ist jedes Gericht zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich sich Nachlassgegenstände befinden.

Die Frist für die Ausschlagung beträgt sechs Wochen. Hatte der Erblasser seinen letzten Wohn­sitz nur im Ausland oder hat sich der Erbe bei Fristbeginn im Ausland aufgehalten, so beträgt die Frist sechs Monate.

Die Frist beginnt mit der Kenntnis vom Anfall der Erbschaft und dem Grunde der Berufung als Erbe. Bei einer Erbfolge aufgrund einer Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbver­trag) beginnt die Frist frühestens mit der Eröffnung dieser Verfügung durch das Gericht.

Wird die Erbschaft für einen Minderjährigen ausgeschlagen, so muss dies durch den gesetzlichen Vertreter geschehen.

Nach Ablauf der Ausschlagungsfrist gilt die Erbschaft als angenommen. Dies hat zur Folge, dass das gesamte Vermögen des Erblassers, also auch etwaige Schulden, auf den Erben übergeht.

Bei Beglaubigung der Unterschrift unter einer Ausschlagungserklärung muss zum Nachweis der Identität ein gültiger Reisepass oder Personalausweis vorgelegt werden.

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