Anmeldung bei der Gemeinde und dem "Immigratie- en Naturalisatiedienst (IND)"

Wer in den Niederlanden einen Wohnsitz begründet, muss sich bei der Gemeinde anmelden. Zur Eintragung in das örtliche Melderegister sind folgende Dokumente mitzubringen:

gültiger Reisepass, Kinderreisepass oder Personalausweis
aktuelle, möglichst internationale (mehrsprachige) Geburtsurkunde (auch der eventuellen Familienmitglieder); ggf. auch Heiratsurkunde, Scheidungsurteil, Sorgerechtsbeschluss für Minderjährige.
Abmeldebescheinigung der Gemeinde, in der man zuletzt gewohnt hat. Die Abmeldebescheinigung wird überwiegend von den Gemeinden im Grenzbezirk gefordert, ist aber keine Voraussetzung für eine Anmeldung.


Jeder Bürger, der in den Niederlanden steuer- und/oder sozialversicherungspflichtig ist, erhält
eine Bürgerservicenummer (BSN) (früher "Sofinummer"), die  vom Einwohnermeldeamt (Basisadministratie Persoonsgegevens – GBA) bei der Anmeldung vergeben wird. Niederländer bekommen sie bei Geburt zugewiesen, Einwanderer (Immigranten) bei ihrer Anmeldung. Die  Bürgerservicenummer soll die (elektronischen) Dienstleistungen des Staates verbessern und bietet den Bürgern die Möglichkeit des digitalen Zugriffs auf die öffentlichen Einrichtungen der Behörden.

Wer die Voraussetzung für eine Anmeldung bei der Gemeinde nicht erfüllt, aber in den Niederlanden arbeiten will, muss bei dem zuständigen Finanzamt eine „Sofinummer“ beantragen.

Es kommt immer wieder vor, dass der (grüne)  „vorläufige“ Reisepass für die Erteilung der Sofinummer von den niederländischen Finanzbehörden nicht anerkannt wird. Das Problem kann dadurch vermieden werden, dass rechtzeitig vor der Einreise ein (bordeauxfarbiger) Europapass (ePass) beantragt wird.    

Alle EU-Bürger, die  länger als 3 Monate in den Niederlanden bleiben wollen, müssen sich nach der Anmeldung bei der Gemeinde auch bei dem „Immigratie- en Naturalisatiedienst (IND)“ anmelden. Der IND bescheinigt diese Anmeldung durch das Einkleben eines entsprechenden Etiketts im Reisepass. Die Anmeldung beim IND erfolgt kostenlos und ist für unbestimmte Zeit gültig. Wer danach einen neuen Reisepass erhalten hat, kann sich bei dem IND einen neuen Aufkleber besorgen, was aber nicht zwingend vorgeschrieben ist.

Obwohl die Anmeldung beim IND Pflicht ist, beeinträchtigt die Unterlassung aufgrund eines EG-Vertrages nicht das Aufenthaltsrecht eines EU-Bürgers. Allerdings können dann keine sozialen Ansprüche geltend gemacht oder z.B. ein Kredit bei der Bank beantragt werden.

Wer sich nachweislich ununterbrochen länger als fünf Jahre in den Niederlanden aufgehalten hat, kann bei dem IND einen Ausweis (Verblijfsdocument – „Duurzaam verblijf burgers van de Unie“) beantragen, welcher auch als Identitätsausweis (nur innerhalb der Niederlande) benutzt werden kann, aber auf keinen Fall einen Reiseausweis darstellt.